Um Widerstände bei Veränderungsvorhaben – und die gibt es unweigerlich – zu lösen, bietet sich das Modell von Robert Dilts mit seinen „Logischen Ebene“ an.
Es gelingt damit Auswirkungen einer Veränderung auf Mitarbeitende besser zu verstehen. Verständnis ist wiederum eine wichtige Voraussetzung, um Lösungen zu erarbeiten.
Das Modell geht auf Arbeiten vom Anthropologen Gregory Bateson zurück, ein Modell, in dem er den Ablauf von Lern- und Veränderungsprozessen beschrieb. Inspiriert wurde er dabei von der Typentheorie des Mathematikers und Philosophen Bertrand Russell. Der NLP-Autor und Coach Robert Dilts griff in den 80er Jahren die Idee von Bateson auf und erweiterte das Modell (vgl. Dilts und DeLozier 2000, S. 667ff, Dilts et al. 1998).

Das Modell der „Logischen Ebenen der Veränderung“
Eine höhere Ebene ansprechen
Aufgrund unserer eigenen Erfahrungen organisiert jede Ebene die Vorgaben für die drunterliegende Ebene. So haben unsere Verhaltensweisen hat Wirkung auf das Umfeld; unsere Kenntnisse beeinflussen unsere Verhaltensweise; unsere Werte sind die Basis für unsere Kenntnisse, unsere Identität schafft die Basis für unsere Werte; und so weiter. Das bedeutet, dass wir eine Veränderung auf einer Ebene nur dann erreichen können, wenn mindestens eine höhere Ebene ebenfalls angesprochen wird. Zum Beispiel kann ich mein Verhalten nur anpassen, falls ich über die entsprechenden Fähigkeiten verfüge, oder mir diese aneignen. Veränderungen auf den tieferen Ebenen sind leichter möglich, als Veränderungen auf den höheren Ebenen.
Umfeld & Umgebung
Das Umfeld beschreibt die äußeren Rahmenbedingungen. Im Unternehmen sind dies z.B. die Stellenbeschreibung, die Einrichtung des Arbeitsplatzes, die Organisation und Prozesse.
Verhaltensweisen
Verhaltensweisen sind alle Aktionen, die bei der täglichen Arbeit ausgeführt werden.
Kenntnisse & Fähigkeiten
Hierzu gehört das Wissen, die Kenntnisse, welche notwendig sind, um die entsprechenden Aufgaben auszuführen.
Glaubenssätze und Normen
Hier geht es um unser Menschen- und Weltbild. Und damit auch um unsere Motivation, weshalb wir etwas tun. Im Unternehmen werden sie vor allem durch die Firmenkultur geprägt.
Identität
Die eigene Identität beantwortet die Frage „Wer bin ich?“. Sie wird durch die Entwicklung seit der frühesten Kindheit geprägt und ständig durch den eigenen Lebensweg fortgeschrieben. Spielt üblicherweise im Untehmensumfeld keine Rolle.
Sinn
Diese Ebene definiert den persönlichen Sinn im Leben. Es geht um die tiefere Identität. Sie spielt für die Veränderungen im Unternehmen in der Regel keine Rolle.
Literatur und Referenzen
- Dilts, Robert; Hallbom, Tim; Smith, Suzi: Identität, Glaubenssysteme und Gesundheit. Höhere Ebenen der NLP-Veränderungsarbeit, 3. Aufl., Junfermann, Paderborn 1998
- Dilts, Robert; DeLozier, Judith: Encyclopedia of systemic neuro-linguistic programming and NLP new coding, Scotts Valley, Calif: NLP University Press, 2000
- Doppler, Klaus; Lauterburg, Christoph: Change-Management. Den Unternehmenswandel gestalten, 12., aktualisierte und erw. Aufl., Campus-Verlag, Frankfurt/Main 2008