Was, wenn Ihre grösste Ressource noch ungenutzt ist?
Kennen Sie das Gefühl, wenn Arbeit sich plötzlich leicht anfühlt? Wenn Sie völlig in einer Aufgabe aufgehen, die Zeit vergessen und hinterher energiereicher aufhören, als Sie begonnen haben? Die Psychologie nennt das Flow und hat herausgefunden, was ihn auslöst: das Arbeiten aus echten Stärken.

Was mich in mehr als 30 Jahren als Berater und Coach immer wieder überrascht: Die meisten Führungskräfte kennen ihre Schwächen sehr genau. Ihre Stärken, wirklich präzise und nutzbar, kennen sie deutlich weniger.
Stärken sind keine Typen
In der Personalentwicklung und im Coaching begegnen mir seit Jahrzehnten Typologien, die Versprechen und Klarheit machen: das 4-Farben-Modell (DISC), MBTI mit seinen 16 Typen, das Enneagramm oder ähnliche Systeme. Sie sind weit verbreitet, oft ansprechend aufbereitet und haben auch ihren Nutzen als erste Orientierung.
Aber sie haben eine strukturelle Schwäche: Sie sortieren Menschen in Schubladen. «Ich bin ein roter Typ» oder «laut MBTI bin ich INTJ» klingt nach Klarheit, ist aber vor allem eine Vereinfachung. Kein Mensch ist zu 100 Prozent «blau» oder «grün». Und was noch schwerer wiegt: Typologien beschreiben, wer jemand angeblich ist. Sie sagen wenig darüber, was jemand kann und werden kann.
Das ist der entscheidende Unterschied zum Stärken-Ansatz. Charakterstärken sind keine festen Typen, sondern positive Eigenschaften, die sich in Denken, Fühlen und Handeln zeigen: wissenschaftlich fundiert, präzise messbar und vor allem entwickelbar. Es geht nicht darum, in welche Kategorie Sie fallen, sondern welche Potenziale Sie täglich einsetzen und gezielt ausbauen können.
Typologien klassifizieren. Stärken entfalten.
Was die Forschung zeigt
Die Datenlage aus über 20 Jahren internationaler Forschung zur positiven Psychologie ist eindeutig, unter anderem durch die Arbeiten von Prof. Dr. Willibald Ruch (Universität Zürich), einem der meistzitierten Wissenschaftler auf diesem Gebiet:
- Menschen, die täglich aus ihren Kernstärken arbeiten, zeigen messbar höhere Leistung und deutlich mehr Engagement als der Durchschnitt.
- Flow-Erleben tritt viermal häufiger auf, wenn man stärkenbasiert arbeitet.
- Teams, die ihre Stärkenvielfalt bewusst einsetzen, erzielen nachweislich bessere Ergebnisse als solche, die das nicht tun.
- Wer täglich mindestens vier seiner Charakterstärken aktiv einsetzt, erlebt Arbeit zunehmend als Berufung, nicht als Pflicht.
Ein neues Werkzeug: der CLYOScope®
In meiner Beratungs- und Coaching-Praxis bin ich auf der Suche nach Instrumenten, die wissenschaftlich fundiert, kulturell passend und im Alltag tatsächlich nutzbar sind. Vor einiger Zeit bin ich auf Clyos gestossen, ein Spin-off der Universität Zürich.
Das Herzstück ist der CLYOScope®: ein adaptiver Test, der 48 Charakterstärken differenziert erfasst. Kein Typ, keine Schublade. Was mich als Berater besonders überzeugt hat: Der Test wurde für den deutschsprachigen Kulturraum entwickelt, er erkennt sozial erwünschte Antwortmuster und korrigiert sie, und der Report ist konkret und handlungsorientiert. Keine poetischen Typenbeschreibungen, sondern klare Hinweise, wie die eigenen Stärken im Berufsalltag wirksam eingesetzt werden können.
Für Teams gibt es eine eigene Version, die zeigt, wo Stärkenvielfalt vorhanden ist und wo blinde Flecken entstehen können.
Stärken in der Beratungspraxis
Die produktivsten Entwicklungsschritte passieren nicht dort, wo jemand eine Schwäche «abtrainiert». Sie passieren dort, wo jemand erkennt, was ihn wirklich antreibt, und lernt, das bewusst einzusetzen.
Ein Team, das weiss, welche Stärken es besitzt und welche fehlen, trifft bessere Entscheidungen: Wen brauchen wir noch? Wer übernimmt welche Rolle in diesem Projekt? Wo entstehen Reibungspunkte und warum?
Stärkenarbeit ist keine Wohlfühl-Übung. Sie ist ein strategisches Instrument.
Ein erster Schritt
Wenn Sie neugierig sind: auf sich selbst, auf Ihr Team oder auf Stärkenarbeit als Ansatz in Ihrer Organisation, sprechen Sie mich gerne an.
Ich freue mich auch über Ihre Erfahrungen: Kennen Sie Ihre wichtigsten Stärken? Und setzen Sie sie täglich ein?
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